QPLUS-RIND

Das seit Jahren bewährte Qualitätsverbesserungsprogramm „Qplus-Rind“ wird ab 2021 weiterentwickelt und auch finanziell aufgestockt. Die wichtigsten Programm-Parameter haben wir für Sie im folgenden Beitrag zusammengestellt.

  1. Kontinuierliche betriebliche Leistungssteigerung

Ziel des Programms Qplus-Rind ist es, durch Kennzahlen-Auswertungen und Leistungsberichte für Betriebe eine kontinuierliche Qualitäts- und Leistungsverbesserung in der BIO Rinderhaltung zu ermöglichen. Durch konkrete Maßnahmen werden die biologischen Leistungen und zugleich auch die Anteile hochwertiger Qualitäten bei der Vermarktung gesteigert.

Voraussetzungen für die Programm-Teilnahme sind:

  • AMA-Gütesiegel Erzeugervertrag (für BIO-Betriebe ohne Zusatzauflagen)
  • Teilnahmevereinbarung mit einer Abwicklungsstelle (Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf)
  • Vollständige Abwicklungsunterlagen (von der Abwicklungsstelle bereitgestellt)
  1. Qualitäts- und Erlösverbesserung

Jeder teilnehmende Betrieb bekommt zweimal jährlich einen Leistungsbericht über alle seine vermarkteten BIO Rinder (BIO Ochse, BIO Kalbin, BIO Jungrind, BIO Schlachtkalb) sowie über BIO Mutterkuh-Kennzahlen. Im Leistungsbericht werden alle Kennzahlen (Tageszunahmen, Schlachtgewicht, Handelsklasse usw.) erhoben und gegenübergestellt (Vorjahreswerte, Bundesland-Vergleich, Österreich-Vergleich). Im Rahmen der Betriebsbesuche durch einen Qualitätsbeauftragten der Abwicklungsstelle werden die Daten besprochen und bei Bedarf ein Maßnahmenplan mit Verbesserungsvorschlägen ausgearbeitet.

  1. Initiative zur BIO Kalbfleisch-Produktion

Eine wesentliche Erweiterung bei Qplus-Rind ist die Implementierung der Kalbfleisch-Produktion. Betriebe mit BIO Vollmilchkälbermast (ZZU Vollmilchkalb) werden im Rahmen des Qplus-Moduls begleitet.

  1. Höhere De-minimis Unterstützung - Stärkung der BIO Qualitätsrindfleisch-Erzeugung

Ab 2021 wird es höhere De-minimis Unterstützung für teilnehmende Betriebe geben. Durch gesteigerte Qualitäten können die Vermarktungserlöse verbessert werden, durch höhere, gestaffelte De-minimis Zahlungen gelangt zusätzlich mehr Geld direkt zu den teilnehmenden Betrieben.

Qplus-Rind – neue De-minimis Staffelungen

vermarktete Stück Rindermast

Anzahl Mutterkühe

De-minimis Beihilfe je Betrieb und Jahr

5 bis 20

5 bis 10

1.000 €

21 bis 50

11 bis 20

1.200 €

51 bis 80

21 bis 30

1.600 €

81 bis 120

31 bis 50

2.000 €

über 120

über 50

2.400 €

 

Damit wird auch die Attraktivität der Programm-Teilnahme für BIO Mutterkuh-, BIO Rindermast- oder BIO Kälbermast-Betriebe weiter gestärkt – so kann zum Beispiel ein Mutterkuhbetrieb mit 15 Kühen einen Mehrerlös in der Höhe von ca. € 1.500,-/Teilnahmejahr erzielen.

  1. Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf und die bioVermarktung Handels GmbH unterstützen durch Beratung

Durch die Teilnahme am Qplus-Rind über die Abwicklungsstelle bioVermarktung/ Erzeugergemeinschaft/ARGE Rind ist man in der Vermarktung nicht an einen Schlachthof gebunden und kann für alle über die bioVermarktung vermarkteten Biorinder den Qualitätsbonus erlösen. Zusätzlich besucht ein Mitarbeiter zweimal jährlich den Betrieb und bespricht mit den LandwirtInnen Fragen der Produktion bzw. die jährliche Auswertung der biologischen Leistungen sowie die Qualitäten der gelieferten Tiere. Zudem bietet die BioVermarktung Handels GmbH in Kooperation mit BIO AUSTRIA für Mitglieder kostenlose Spezialberatungen (z.B. Stallbauberatung, Weidemanagement, Grünlandberatung etc.) an.

Bio Rinder

Der postive Trend bei der Vermarktung von BIO Schlachtrindern setzt sich fort. Aktuell können BIO Schlachtrinder zu besonders attraktiven Preisen vermarktet werden. Wir möchten Euch dafür einen kurzen Überblick über die aktuelle Vermarktungslage geben: Es gibt in allen BIO Rinder-Kategorien eine gute Nachfrage! Besonders hervorzuheben ist der erhöhte Bedarf an BIO Kühen. Der BIO Kuhzuschlag liegt aktuell bei € 0,91/kg bzw. 40% über dem konventionellen Basispreis!
 
Als wichtigster Bündler für Biorinder in Niederösterreich sind wir überregional gut vernetzt und können so verschiedenste Markenprogramme und Absatzpartner bedienen und somit Absatzsicherheit bieten.
Damit die gute partnerschaftliche Übereinkunft und damit die Aufrechterhaltung der verschiedenen Vermarktungsprogramme langfristig sichergestellt werden kann, ist es besonders wichtig die laufenden Vermarktungsprojekte kontinuierlich zu beliefern!

Unser Angebot für Sie:

  • Für alle vorangemeldeten und zur Vermarktung kommenden BIO Kalbinnen und BIO Ochsen (unter 30 Monate) zahlen wir bis Ende März zusätzlich zum aktuellen Preis einen Bonus von € 0,05/kg.

  • Den Altersabschlag werden wir auch weiterhin von unserer Preisliste streichen.

  • BIO Kalbinnen und BIO Ochsen, die über das Projekt „Zurück zum Ursprung Bergrind“ vermarktet werden, gelten wir mit zusätzlich € 0,15/kg ab.

  • Für Lieferungen von BIO AUSTRIA Qualitätskalbinnen und – ochsen gibt es einen Zuschlag von € 0,20/kg.

Wir ersuchen Sie jegliche Tieranmeldungen zeitgerecht (mindestens 14 Tage vor der gewünschten Abholwoche) in gewohnter Weise telefonisch, per E-Mail oder über unsere Homepage www.biovermarktung.at/tieranmeldung bekanntzugeben!

Für weitere Anfragen und Informationen zu den einzelnen Vermarktungsprogrammen steht das Team der bioVermarktung unter 02822/213 24 oder per E-Mail office@biovermarktung.at gerne zur Verfügung.

Herbstaktion bei Bio-Rübenschnitzelpellets

Auch heuer gibt es wieder Bio-Rübenschnitzel in Pelletsform – aufgrund des hohen und - besonders für Wiederkäuer - gut verwertbaren Faseranteil von ca. 15 bis 18% ein interessantes Ergänzungsfutter in der Rinderfütterung. Ab Werk AGRANA werden die Bio-Rübenschnitzel ausschließlich lose und in vollen LKW-Zügen angeboten. In Kooperation mit unserem Logistikpartner können wir diese jedoch in Big Bags mit einem Füllgewicht von ca. 1.000 kg anbieten und ins Haus liefern.

Die Kosten inkl. Zustellung richten sich nach der Gesamtmenge/Lieferung. Gerne machen wir ein passendes Angebot.

Das Team der BioVermarktung Handels GesmbH steht für weitere Auskünfte gerne zur Verfügung. Anfragen werden gerne per email: oder telefonisch 02822/21324 entgegengenommen.

Eine erfolgreiche Vermarktung von Biorindern muss geplant sein

Als wichtigster Bündler von Bioschlachtrindern in Niederösterreich ist es die Aufgabe der bioVermarktung die verschiedenen Vermarktungsprojekte kontinuierlich mit ausreichender Menge an marktkonformen Bioschlachtrindern zu versorgen und so nachhaltig den Absatz für Biorinder weiterzuentwickeln. Nur so kann die ständig steigende Zahl an Bioschlachtrindern erfolgreich abgesetzt und die Preise nachhaltig stabilisiert und weiterentwickelt werden.

Bei der Vermarktung von Bioschlachtrindern kann unser Bundesland nicht isoliert betrachtet werden, sondern eine Abstimmung mit Partnerorganisationen in anderen Bundesländern ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig. Diese Abstimmung passiert im Rahmen unserer Mitarbeit in der ARGE Biorind – einer gemeinsamen Organisation zwischen BIO AUSTRIA und der ARGE Rind.

Allerdings kann diese vorausschauende Abstimmungsarbeit nur dann funktionieren, wenn eine zeitgerechte Anmeldung der Bioschlachtrinder bei uns in der bioVermarktung erfolgt.

Bei gewissen Tierkategorien (z.B. Ochsen, Kalbinnen oder Milchmastkälber) funktioniert die Vermarktungsplanung leider nicht so gut. Die Anmeldungen dieser Tiere erfolgen leider immer kurzfristiger. Das führt oft zu Phasen von Unter- oder Überversorgung – beides ist schlecht für eine nachhaltige Entwicklung des Marktes. Im Kontext dazu muss zudem angemerkt werden, dass kurzfristig angemeldete Schlachtrinder in Phasen der Überversorgung nicht sofort abgesetzt werden können, ohne das Markt- und Preisgefüge komplett aus dem Gleichgewicht zu bringen.

Wir beobachten in diesem Zusammenhang immer wieder, dass bei längeren Wartezeiten vermehrt Bioschlachtrinder über andere Aufkäufer zu den Schlachthöfen geliefert werden. Dies erfolgt meist ohne Berücksichtigung einer nachhaltigen Marktentwicklung und hat somit kurzfristige Überversorgung und Preisdruck zur Folge. Das möchten wir bei unserer Arbeit soweit wie möglich verhindern.

Als positives Beispiel sei hier die Planung und Vermarktung der Ja!Natürlich Weidejungrinder angeführt. Die Anmeldung der Jungrinder erfolgt mittels Jahresmeldungen. Aufgrund dieser Jahresmeldungen werden dann gemeinsam mit dem LEH die notwendigen Verkaufsaktivitäten festgesetzt. So ist es uns gelungen die Vermarktungsmengen kontinuierlich zu erhöhen und auch die Preise trotz hohem Preisdruck und schwierigem Marktumfeld stabil zu halten.

Ein Negativbeispiel war die Vermarktung von Biomilchmastkälbern in der Vorweihnachtszeit 2019. Generell war die Anzahl der Milchmastkälber im Vorjahr, und vor allem im Herbst, stark rückläufig und auch für die Weihnachtszeit waren sehr wenig Voranmeldungen vorhanden. Die Planzahlen für den Absatz wurden daher eher vorsichtig angesetzt und die Abnehmer konnten vor allem Anfang Dezember nicht mit ausreichender Menge versorgt werden. Gegen Mitte Dezember wurden dann sehr kurzfristig viele Kälber angemeldet, die vor Weihnachten nicht mehr abgesetzt werden konnten. Wenn zudem auch noch bereits angemeldete Kälber aufgrund der Wartezeit über andere Aufkäufer an den Schlachthof geliefert werden, schadet dies der generellen Vermarktungssituation und die Wartezeit der restlichen Milchmastkälber verlängert sich. Es liegt in der Natur der Sache, dass solch ein Verhalten nur allzu unfair gegenüber jenen Lieferanten ist, die sich an die gewünschten und sinnvollen Meldezeiten halten.

Daher unser dringender Appell an alle Biorinderhalter: Nur wenn wir gemeinsam, gerüstet mit einer guten Planung, gegenüber den Marktpartnern auftreten, können wir die Vermarktung von Bioschlachtrindern nachhaltig positiv entwickeln.